Themenabend „Grenzziehung in der Erziehung“

Am vergangenen Dienstagabend, 19.11.24 fand erneut ein informativer pädagogischer Themenabend, organisiert durch die weiterführenden Schulen und dem Jugendamt der Stadt Greven, statt, bei dem dieses Mal das wichtige Thema „Grenzziehung in der Erziehung“ im Mittelpunkt stand. Der Vortrag und die anschließende Diskussion gaben den anwesenden Eltern wertvolle Impulse und praxisorientierte Tipps, wie sie klare und konsequente Regeln im Familienalltag etablieren können.
Der Referent Thomas Grüner (Leiter des Instituts konfliktKultur/ http://www.konfliktKultur.de) arbeitet seit vielen Jahren in der Aus- und Weiterbildung von sozialpädagogischen Fachkräften im Bereich der Sozialtrainings an Schulen mit der Stadt Greven zusammen.
Zu Beginn des Abends wies der Referent darauf hin, dass ein Elternabend niemals eine individuelle Elternberatung ersetzen könne. Es sei wichtig, dass jede Familie für sich Lösungen findet, die zu ihren jeweiligen Bedürfnissen als Familie passen. Dennoch bot der Themenabend zahlreiche wertvolle Denkanstöße, die allen Eltern helfen können, den Erziehungsalltag zu gestalten.
Ein zentraler Punkt war die Bedeutung von „Vorfreude und Erwartung“ gegenüber „frühen Belohnungen“. Eltern wurde nahegelegt, nicht sofort Belohnungen auszuhändigen, sondern lieber die Vorfreude und die positiven Erwartungen der Kinder zu fördern. In seinen Programmen weist Thomas Grüner darauf hin, dass es anfangs oft viel Geduld erfordert, klare Regeln und das gewünschte Verhalten genau zu benennen. Nur so können Kinder und Jugendliche verstehen, was von ihnen erwartet wird. So ist auch ein ausführlicher Teil in den Sozialtrainings gemeinsam Regeln und Rahmung des schulischen Zusammenlebens zu formulieren.
Regeln und Grenzen bieten den Jugendlichen Halt, Orientierung und Struktur, so betonte der Referent. Klare Regeln seien keine Schranken, sie gäben nicht nur eine Richtung vor, sondern schaffen auch Sicherheit. Einmal etablierte Regeln sollten konsequent eingehalten werden. Es mag zwar anstrengend erscheinen, immer wieder auf die Einhaltung der Regeln zu bestehen, doch letztlich zahle sich Konsequenz in der Erziehung und schulischen Gemeinschaft aus. Dabei sei es besonders wichtig, keine unangekündigten Ausnahmen machen, um die Stabilität und Verlässlichkeit der Regeln zu gewährleisten.
„Die Menschen haben große Angst, eine Autorität zu sein, weil sie nicht autoritär sein wollen“, so zitierte er den dänischen Pädagogen Jesper Juul.
Nach einem Vortragsteil, den der Referent engagiert und überzeugt gestaltete, gab es anschließend Gelegenheit zu einem lockeren und offenen Austausch zwischen Eltern und Referent. Nicht nur dieser Abschluss machte den Abend zu einem gelungenen Event, das den Teilnehmenden möglicherweise eine wertvolle Orientierung für ihren eigenen Erziehungsalltag zumindest aber sicherlich den ein oder anderen Denkimpuls gab.
Wir Schulen bedanken uns bei allen, die teilgenommen haben und hoffen auf weitere bereichernde Veranstaltungen dieser Art.

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