Musikalische tradition: Adventskonzert in der Martinuskirche

Adventliche Atmosphäre und weihnachtliche Vorfreude verbreiteten sich unter den rund 900 Musikern und Zuhörern in der St. Martinus-Kirche in Greven, als am vergangenen Mittwoch die Fachschaft Musik zum traditionellen Adventskonzert einlud. Eröffnet wurde das Konzert stimmungsvoll in einer abgedunkelten Kirche von den MusikPlus-Chören der Jahrgangsstufen 5 und 6. Sie verkündeten gefühlvoll die Zeit der Ankunft mit ihrem Einzug in die Kirche und trugen dabei ein Meer von Lichtern in Richtung Altar. Singend fragten sie nach dem Weg nach Bethlehem, um dann in ein kräftiges „Halleluja“ einzustimmen. Sechs Blechbläser intonierten während des Konzerts sehr feierlich von verschiedenen Orten der Kirche aus immer wieder Sätze von Anton Bruckner. Es schlossen sich die MusikPlus-Orchester mit getragenen Bläserstücken und verspielten Streichersätzen an, bei denen Schlittenglöckchen klangen und die Sterne funkelten. Erstmalig in diesem Schuljahr konzertierten dann auch beide Ensembles gemeinsam: ein barockes Menuett des französischen Komponisten Jean-Baptiste Lully. Eine große Aufgabe für die jungen Musiker!

Nachdem alle Akteure und Zuschauer gemeinsam den Klassiker „Wir sagen euch an“ bis zur dritten Kerze gesungen hatten, gehörte die Aufmerksamkeit den Klassen 5c und 5d, die zwei nachdenkliche Lieder vortrugen: Mit „Someday at Christmas“ wurde die Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft thematisiert, während mit dem jazzigen Musical-Auszug „Favorite Things“ Lieblingsdinge aufgezählt wurden, die in schwierigen Situationen Halt geben können. Besonders leise Töne schlugen dann die Schüler*innen des Musikkurses der EF an und zeigten damit, wie gefühlvoll Orff’sches Instrumentarium klingen kann: Leontovychs „Carol of the Bells“-Motiv bereitete manchem Zuhörer einen Gänsehautmoment, der dann von einer Bearbeitung des traditionellen Weihnachtsliedes „God rest you merry, Gentlemen“ für Boomwhackers und Kammerorchester abgelöst wurde. Hier harmonierten insbesondere die Punktklänge der ungewöhnlichen Percussion-Instrumente mit den Pizzicati der Streicher und wechselten sich mit den Legato-Passagen des kurseigenen Miniatur-Orchesters ab.

Es schloss sich eine Reise durch die Adventsmusik verschiedener europäischer Länder unter dem Motto „Nie ohne Seife waschen…“ an: Die Klassen 5a und 5b führten die Zuhörer singend und mit kleinen instrumentalen Vor-, Nach und Zwischenspielen ausgearbeitet mit „O Jul med din Glede“ aus Norwegen, „Jolotschka“ aus Russland, „To Chimona“ aus Griechenland und „Pamponitos verdes“ aus Spanien mal sanft, mal humorvoll durch die verschiedenen Sprachen und adventlichen Harmonien der Nationen. Auch den Kanon „Mache dich auf und werde Licht“ meisterten die vier Kirchenschiffe souverän gemeinsam, um dann den Klasse 5e und 5f zu lauschen. Mit Begeisterung wurden unter Einsatz verschiedener Instrumente wie Djemben und Tambourin die Lieder „Freu dich Erd und Sternenzelt“ und „Gatatumba“ vorgetragen. Nachdenkliche Töne schlug dann der Musikkurs der Jahrgangsstufe 10 mit dem traditionellen irischen „Arthur McBride“, einem Anti-Recruiting-Song an – an einem Weihnachtsmorgen sollen zwei Zivilisten mit einer Prämie und einer Uniform dazu bewegt werden, sich für die Armee einzusetzen, aber diese lehnen ab.

Wer auch nach diesen verschiedenen nachdenklichen, hoffnungsvollen, elegischen und energischen Stücken und Liedern noch nicht vollkommen in vorweihnachtlicher Stimmung angekommen war, der konnte mit dem Beitrag der Orchester-AG in die Märchenwelt der „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ eintauchen. Bereits nach den Sommerferien in kurzen Hosen und T-Shirts schneite es jeden Donnerstag leicht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Probenraum der jungen Musiker*innen, während immer wieder an der Intonation der Streicher und den sanften Einwürfen der Bläser gefeilt wurde, bis die zarten Klänge und mitreißenden Melodien nun das Kirchenschiff erfüllten.

Wie in jedem Jahr hatte sich auch zu diesem Adventskonzert wieder ein großer Chor der Jahrgangsstufe Q2, dem VO-Kurs und Unterstützer*innen aus der Schulgemeinde formiert, der die nahende Weihnachtszeit singend willkommen hieß: „Sei willkommen, Weihnachtszeit“ und das bolivianische „Adoratión al nino Jesús“ verkündeten das bevorstehende Ereignis. Besonders die engelsgleichen solistischen Sopran-Parts – von der Empore aus gesungen – im Dialog mit dem Chor – im Altarraum – begeisterten die Zuhörer. Um wieder auf weltlichen Boden zurückzufinden, beschloss die musikalischen Beiträge ein Novum: Eine Kooperation des Projektchores mit der Orchester-AG und der Weihnachts-Hit „Jingle bell rock“ zeigten eindrucksvoll das Engagement und Herzblut, mit dem die Musiker*innen dieses Konzert vorbereitet hatten, und den Spaß, den das gemeinsame Musikzieren und Singen bereitet. Der Schulleiter Herr Henke rundete den Abend mit Lob und Dank an die Fachschaft Musik ab und stimmte alle Zuhörer*innen und Musiker*innen auf ein letztes gemeinsames „Hört der Engel helle Lieder“ ein. Etwa 200 Musiker*innen und Sänger*innen verließen stolz, erleichtert, zufrieden, fröhlich und vorweihnachtlich aufgeregt gemeinsam mit ca. 700 engeren und weiteren Mitgliedern der Schulgemeinde das Kirchenschiff. Vielerorts war deutlich zu hören: „Jetzt kann Weihnachten kommen!“

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