Humanbiologie mit digitalen Tools
Vom 03. bis 05. Februar 2025 konnten wir etwas „Uni-Luft“ schnuppern, denn gemeinsam mit 25 Schüler*innen der Klassenstufen 9 und 10 nahmen wir an einem MINT-EC Workshop zum Thema „Humanbiologie mit digitalen Tools“ an der Universität Münster teil. Organisiert wurde dieser Workshop für MINT-EC-Schulen vom Zentrum für Didaktik der Biologie der Universität gemeinsam mit dem Pascal-Gymnasium Münster.
Das Fach Humanbiologie beschäftigt sich mit der Biologie des Menschen. So lernten wir in den drei Workshop-Tagen mit Stationsarbeiten, Videos und anhand von Apps das Herz und das Herz-Kreislauf-System sowie die Lunge und das Atmungssystem besser kennen.
Am ersten Tag waren Puls und Blutdruck unsere Hauptthemen. Dabei schlüpften wir in die Rolle von Dr. Hubers Assistent*innen und halfen zuvor gemessene und durcheinander geratene Pulswellen wieder den richtigen Patienten zuzuordnen. So betrachteten wir in 2er Teams verschiedene Pulswellen und unsere eigenen, die wir mit einem Fingerpulswandler gemessenen hatten, und lernten die Unterschiede zwischen einem Ruhepuls, einem Belastungspuls und einem Puls, der nach dem Trinken eines Coffein-haltigen Getränks entstand, kennen. Noch interessanter wurde es, als wir das Herz einer Daphnie (Wasserfloh) unter einem Mikroskop suchen und die Herzschläge pro Minute in Ruhe sowie nach der Zugabe von Coffein zählen mussten. Das Coffein erhöhte den Pulsschlag des Wasserflohs viel rapider als den des Menschen. Zwar kann man diese Ergebnisse nicht 1:1 auf den Menschen übertragen, es zeigte allerdings welche Auswirkungen das Kaffeetrinken auf den Puls hat. Nachmittags ging es um das Messen und Interpretieren des Blutdrucks, den wir sowohl bei Ruhe als auch bei Belastung ermittelten. Neben Blutdruckmanschetten und Stethoskopen nutzen wir digitale Blutdruckmessgeräte.
Am zweiten Tag standen der Aufbau des Herzens und das EKG im Fokus. Mit Hilfe eines QR-Codes gelangten wir zu digitalen Lernmaterialien und prägten uns die Herz-Bereiche ein. Danach konnte jeder ein Schweineherz sezieren sowie die Bestandteile mit Pfeilen kennzeichnen. Anschließend schlüpften wir erneut in die Rolle von Assistenzärzt*innen, die verschiedene EKGs analysieren und Krankheitsbilder erkennen mussten. Auch unser eigenes EKG zeichneten wir auf und verglichen es mit den fiktiven Patienten. Über Tablets konnten wir uns ergänzend vielfältige Erklärvideos anschauen.
In einem Erste Hilfe-Kurs wurden uns verschiedene Notfallsituationen präsentiert und die entsprechenden Verhaltensweisen erklärt. Die stabile Seitenlage, ein fachgerechter Reanimationsablauf (Thoraxkompression und Mund-zu-Mund Beatmung), die Nutzung eines Defibrillators und die Kontrolle des Bewusstseins waren Bestandteile davon. Die Reanimation erfolgte an „Little-Annes“-Puppen, die mit Tablets verbunden waren, so dass man die Effizienz der Reanimation sehen konnte. Beim Einhalten der richtigen Drückgeschwindigkeit (100-120 mal pro Minute) halfen uns die Musiktakte von „Highway to Hell“ von AC/DC, „Stayin` Alive“ von Bee Gees, „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer und „bauch beine po“ von Shirin David. Generell wurde darauf hingewiesen, dass eine schlechte Reanimation, besser ist, als keine und, dass man im Notfall auf jeden Fall Hilfe leisten sollte.
Am dritten Tag ging es um die Lunge, die Spirometrie (Lungenkapazität) und um verschiedene Lungenerkrankungen. Auch hierbei wurden uns Beispiel-Partienten mit unterschiedlichen Beschwerden, wie COPD und Asthma, vorgestellt und wir sollten die Befunde erstellen. Die letzte Lerneinheit, nämlich die Betrachtung und Sezierung einer Schweinelunge, bildete den spannendsten Teil des Tages, denn wir konnten so die inneren Strukturen des Organs sehen und herausfinden, warum ein Lungenstück auf einer Wasseroberfläche schwimmt. Wer von uns nicht am echten Organ arbeiten wollte, konnte über die Visible Body App ein digitales Modell nutzen, um auch so die Lungenstrukturen zu erkennen. Darüber hinaus bekamen wir eine Laborführung von einem Laborteam, das sich mit Gentechnik bei Pflanzen beschäftigt, bei der wir Proteine in Stickstoff einfrieren und haltbar machen, spezielle Pipetten nutzen und verschiedene Proteine unter dem Mikroskop betrachten konnten.
Abschließend lässt sich sagen, dass das MINT-EC Camp „Humanbiologie mit digitalen Tools“ für uns ein tolles Erlebnis war, bei dem wir an der Universität Münster nette Schüler*innen, hilfsbereite Student*innen und Lehrer*innen trafen, Spannendes über die Herz- und Lungenfunktionen, sowohl praktisch als auch mit digitalen Tools lernten und auch in der Mensa essen konnten. Wir können nur jedem empfehlen, die MINT-EC Angebote auch einmal zu nutzen.
Anna Warnecke (9a) und Tamina Häder (9c)