Unsere JuFos in der Arktis

Als Belohnung für die sehr erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb Jugend forscht und aus „wissenschaftlicher Neugierde“ machte sich unsere Jugend forscht Gruppe (8. bis 13. Klasse plus drei Alumnis, die nur am Donnerstag dabei waren) mit Monika Sieger und Michael Schnittker vom 17. bis zum 18. September auf den Weg nach Bremerhaven. Nach der Zugfahrt liefen wir zum Alfred-Wegener-Institut (AWI), wo wir spannende Einblicke in die Polar- und Meeresforschung erhielten.

Bei einer Führung durch die Eisforschungsstation durften wir sogar die spezielle Kleidung der Polarforscher anprobieren und einen Raum mit unglaublichen −30 °C betreten. Im Labor sahen wir, wie mit echten, zum Teil Millionen Jahre alten, Eisbohrkernen aus Grönland gearbeitet wird. Anhand der darin eingeschlossenen Gasblasen kann man Rückschlüsse auf die die damalige Klimasituation der Erde ziehen. Außerdem gibt es unter dem grönländischen Eisschild auch „Fließbewegungen“, deren Geschwindigkeit Rückschlüsse darüber erlauben, wie schnell das heute noch zum Teil mehr als 3000 m dicke Eis auf Grönland schmilzt. Anschließend erfuhren wir in einer Präsentation von Dr. Nicolas Stoll mehr über die Forschung in Grönland und die Auswirkungen des Klimawandels auf das Eis. Dr. Stoll war selbst auf Expeditionen dabei und konnte neben harten wissenschaftlichen Fakten auch von den alltäglichen Besonderheiten in der Kälte berichten – so vom „Wettbuddeln“ im Schnee für die tiefste neue Höhle für die Toilette, oder wie man einen Eisbären auch ohne Gewehr ablenken kann (Thunfischdose öffnen und weit wegschmeißen…). Die Perspektiven für unterschiedliche Wissenschaftler, aber auch als Mediziner oder als Köchin in der Antarktis oder auf Grönland oder auf dem Meer auf der Polarstern (Forschungsschiff des AWIs) dabei zu sein, reizt einige von uns sehr, sodass wohl die erste Bewerbung für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr am AWI bereits am nachfolgenden Wochenende geschrieben werden wird.

Nach einem gemeinsamen Essen ging es zum Zeltplatz am Havenhostel. Der Zeltaufbau verlief zwar nicht ganz problemlos (;-)), doch mit gegenseitiger Hilfe standen schließlich alle Zelte. Den Abend verbrachten wir mit Spielen und gemeinsamer Freizeit.

Am nächsten Morgen bauten wir nach dem Frühstück die Zelte ab und machten uns auf den Weg zum Klimahaus. Dort besuchten wir zunächst die Sonderausstellung „Wetterextreme“, die uns in einer Art 4D-Kino solche Ereignisse (ungefährlich) selbst erleben ließ. Anschließend begaben wir uns auf eine Reise entlang des 8. Längengrades und erkundeten verschiedene Klimazonen der Erde. Von der eisigen Antarktis über die heiße Wüste Nigers bis zum tropischen Samoa konnten wir unterschiedliche Temperaturen, Landschaften und Lebensbedingungen hautnah erleben. Interaktive Stationen zeigten uns außerdem, wie der Klimawandel die Menschen und ihre Umwelt beeinflusst.

Sowohl am AWI als auch im Klimahaus wurden die zum Teil drastischen Folgen der Klimaerwärmung durch den Menschen deutlich, aber an beiden Stationen wurden auch Chancen aufgezeigt, wie die Menschheit damit umgehen kann – vorausgesetzt, wir reduzieren unseren Verbrauch an fossilen Brennstoffen zeitnah global.

Nach diesem abwechslungsreichen Besuch traten wir schließlich die Rückreise an und hatten dieses Mal Glück mit der Bahn – nur eine halbe Stunde Verspätung…

(Milan Gsell und Monika Sieger)

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