„Plitsch. Platsch. Plitsch. Platsch.“ Wiebke Plagemann lässt es regnen. Sanft, fast leise nimmt sie die Zuhörer mit auf ihren „Aussichtsturm“, groovt sie in den Rhythmus ihres Slam-Beitrages, schlägt sie in ihren Bann: „Du sitzt am Fenster und beobachtest Gespenster.“ Was dann folgt ist eine Kaskade aus Ellipsen und Metaphern, ein Spiel mit Worten und Bildern, um Dinge zu sagen, Bedenken zu stellen, Großes zu fragen. Wiebke Plagemann spürt ihrem erzählten Du in ihren Reimen unerbittlich nach: „Ist es das, was Du willst? … Dass die Sonne nicht scheint, denn deine weint? Und du merkst: Du bist dein größter Feind.“
Für viele im Publikum beim 5. Poetry Slam des Augustinianums ist bis zum Mittwochabend kaum vorstellbar, dass eine Schülerin der EP (Klasse 10) derartige Texte schreiben und auch noch vortragen kann. Großartig. Eine bislang nicht dagewesene Zuschauerzahl von 80 Schülerinnen und Schülern, einigen Eltern, wenigen Lehrerinnen und Lehrern, die allerdings vor Stolz über die Auftritte „ihrer“ Eleven nachgerade platzen, drängt sich im „Aquarium“, sonst bevorzugter Klausurraum der Schule, jetzt liebevoll hergerichtetes Wohnzimmer. 21 Gedichte und Texte werden von Schülerinnen und Schülern der EP freiwillig zum Vortrag gebracht, vom Publikum unmittelbar gewürdigt und bewertet. „Untergang“ das Thema, geboren infolge des „extraordinären Regenereignisses“ des letzten Jahres, bei dem die Schule buchstäblich unterging, wie die organisierenden Lehrkräfte Jan Dirk Busemann, Antje Husmann und Feeline Hüser erklären, die Schülerinnen Kyra Anna Weiß und Nele Becker als MCs des Abends, als Master of Ceremony, führen gekonnt durch das Programm.
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