Differenzierungsbereich

Die zweite Fremdsprache (Wahlpflichtfach I)

In der zweiten Hälfte des Jahrganges 6 haben die Schülerinnen und Schüler am Augustinianum die Wahl zwischen den Fremdsprachen Französisch, Latein und Spanisch.
Die zweite Fremdsprache wird ab dem Jahrgang 7 bis zum Ende der Sekundarstufe I unterrichtet, also für vier Jahre bis zum Ende der Klasse 10.
Anschließend kann die zweite Fremdsprache in der Oberstufe fortgesetzt werden.

Die zweite Fremdsprache gehört zu den Fächern der Fächergruppe I, das heißt, sie ist gleichermaßen versetzungsrelevant wie die Fächer Deutsch, Englisch oder Mathematik.

Unter der Fragestellung, welche Vorteile die jeweilige Fremdsprache bietet, stellen sich die zur Wahl stehenden Sprachen im Folgenden vor. Wir wünschen allen die richtige Wahl!

Französisch

Affront, Bredouille, Bonbon, Courage, Contenance, Charmeur, Engagement, Eklat, Esprit, Filou, Jargon, Liaison, Malheur, Metier, Nuance, Petitesse, Rage oder Rendezvous – lang ist die Liste der wohlklingenden französischen Ausdrücke, die wir gerne auch im Deutschen benutzen …

Das Französische zählt zu den klangvollsten Sprachen der Welt und wird in über 50 Ländern gesprochen. Neben Frankreich, Belgien und der Schweiz zählen beispielsweise zahlreiche Länder in Afrika – etwa Marokko oder Senegal – und der Karibik – etwa La Martinique als Teil der französischen Antillen – zur Frankophonie.

Neben der Tatsache, dass die französische Sprache die Kommunikation in französischsprachigen Urlaubs­zielen erleichtert, ist es auch wirtschaftlich gesehen von großem Vorteil, Französisch zu sprechen, da Frankreich einer unserer wichtigsten Handelspartner ist (Platz 2 in 2018 nach den USA). So unterhalten einige wichtige lokale Unternehmen Geschäfts­beziehungen mit unseren französischen Nachbarn.

Auch politisch ist die Beherrschung der französischen Sprache von Bedeutung, bilden wir doch mit Frankreich – durch deutsch-französische Tandems wie Scholz und Macron vertreten – den ‚Motor Europas‘ und fördern Städtepartnerschaften und Schüler­aus­tausche – in unserem Fall mit der südlich von Paris gelegenen Kleinstadt Montargis. Das Französische ist eine der offiziellen Arbeitssprachen der UN, der EU sowie weiterer wichtiger Organisationen wie dem IOC und dem internationalen Roten Kreuz.

In unserem Unterricht beschäftigen wir uns neben dem Spracherwerb, der durch Fremdsprachenzertifikate wie DELF und CertiLingua auf verschiedenen Niveaus bescheinigt werden kann, auch mit den kulturellen Eigenheiten der Franzosen und anderer frankophoner Länder wie Belgien und Kanada, genießen das französische ‚Savoir Vivre‘, wenn wir beispielsweise Crêpes zubereiten, lesen die in Frankreich äußerst beliebten bandes dessinées (Comics), Romane, Gedichte, singen Lieder (von klassischen Chansons bis hin zu aktuellem HipHop), schauen französische Filme, beschäftigen uns mit (deutsch-) französischer Geschichte und Geo­graphie (Paris, Provence, Atlantikküste, …). Es bieten sich auch abseits des Frankreichaustausches immer wieder Möglichkeiten für unsere SchülerInnen, sich mit frankophonen Muttersprachlern zu unterhalten, etwa beim Besuch des FranceMobils oder im Gespräch mit Fremdsprachenassistenten, die immer Rede und Antwort stehen, wenn SchülerInnen neugierig nach dem französischen Schulsystem oder nach kulturellen Unterschieden fragen (‚Trinken Franzosen immer Wein und essen viel Baguette?‘).

Alle SchülerInnen, die gerne Fremdsprachen auspro­bieren und beispielsweise im Urlaub, im Beruf oder bei einem Frankreichaustausch anwenden möchten und bereit sind, sich neuen grammatikalischen Strukturen zu widmen sowie viele neue Vokabeln zu lernen, werden mit einer leicht zu erfassenden Regelmäßigkeit bei der Aussprache selbst unbekannter Wörter belohnt (regelmäßiger als das Englische!). Endlich können die in Deutschland bekannten französischen Filme wie z. B. ‚Ziemlich beste Freunde‘ oder ‚Monsieur Claude und seine Töchter‘ in der viel schöneren, authentischen Originalversion gesehen, die französischen Lieder, die man schon im deutschen Radio gehört und mit­gesummt, aber nicht verstanden hat, mitgesungen werden!    Vive le français!

Lateinisch

Salve! Sei gegrüßt! Lass dich entführen in eine aufregende Welt, eine Welt der Mythen und Sagen, mit Geschichten über erbitterte Feinde und tapfere Helden! Lerne eine antike Kultur kennen, die weite Kreise gezogen hat und unserer eigenen viel näher liegt, als du vielleicht denkst.

Die lateinische Sprache ist – entgegen ihres Rufs – nicht schwerer als die modernen Fremdsprachen. Sie wird lediglich anders unterrichtet, da die aktiven Sprechanlässe begrenzt sind. Doch genau darin liegt auch ihre große Stärke: Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Die Aussprache des Lateinischen gleicht der Schriftsprache. Wer gut anhand von Strukturen oder logischen Zusammenhängen lernen kann, ein Auge für Details hat und Spaß daran hat, Neues über sich, seine eigene Sprache, die Welt, die ihn umgibt, und eine ganz andere, fremdartige Welt zu lernen, der ist hier genau richtig.

Es gibt viele gute Gründe, Latein zu erlernen:

  • Durch die Beschäftigung mit der lateinischen Sprache wird das Verständnis für die eigene Mutter­sprache vertieft und der Blick auf Sprach­phäno­mene, Macht und Schönheit von Sprache geschärft.
  • Als Mutter der romanischen Sprachen schafft Latein eine gute Basis, um weitere, moderne Fremd­sprachen leichter zu erlernen.
  • Dank der Sprachverwandtschaften und zahlreicher Lehn- und Fremdwörter kann man sich mit guten Lateinkenntnissen im europäischen Ausland recht leicht zurechtfinden. Geschriebenes und Gesproch­enes lässt sich dort gut erschließen.
  • Latein fördert die Konzentrationsfähigkeit, ent­schleunigt und schärft den Blick für Details.
  • Lateinunterricht bedeutet, immer wieder im Team gemeinsam zu begründeten Lösungen zu gelangen.
  • Die lateinische Sprache bildet eine Brücke zwischen Antike und Gegenwart. Dank der überlieferten Texte können wir viel über vergangene Kulturen (und somit über unsere eigene Kultur) erfahren.
  • Zahlreiche Fachbegriffe aus Medizin, Natur- und Rechtswissenschaften finden ihren Ursprung in der lateinischen Sprache.
  • Lateinschülerinnen und -schüler haben die Chance, die antike römische Kultur hautnah zu erleben:
    Jgst. 7: Besuch im Römerpark Xanten
    Jgst. 11 (EF): dreitägige Exkursion nach Trier
  • Bei Bestehen des Lateinkurses in Jgst. 10 werden den Schülerinnen und Schülern „Lateinkenntnisse“ bescheinigt, in Jgst. 11 (EF) erhalten sie das „Latinum“.
Spanisch

Das Spanische als Weltsprache

  • Das Spanische ist die Muttersprache von annähernd 500 Millionen Menschen in über 23 verschiedenen Ländern (Spanien, Amerika, Mexiko,…). Dazu zählen auch ca. 35 Millionen Sprechende in den USA, deren Erstsprache nicht Englisch, sondern Spanisch ist.
  • Somit ist Spanisch die vierthäufigste Sprache der Welt (nach Chinesisch, Englisch und Hindi). Folglich kann man kann sich in vielen Ländern verständigen, wenn man Englisch und Spanisch sprechen kann.
  • Spanisch ist eine der wichtigsten Welthandelssprachen.
  • Spanisch ist eine Sprache mit Zukunft. Spanischkenntnisse sind auch für das spätere Berufsleben von Vorteil.

Spanien und Lateinamerika – Wirtschaftsraum und Kulturgut

  • Spanien ist Mitglied in der EU. Damit gehen eine Vielzahl von Verbindungen in Wirtschaft, Politik und Kultur einher. Spanisch ist Amtssprache in der EU und in der UN.
  • Spanien ist, nach dem Urlaub im eigenen Land, das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Mit Spanischkenntnissen lernt man die Lebens- und Denkweise der Menschen dieser Kulturkreise besser kennen und findet sich im Land leichter zurecht.
  • Die Wirtschaftsbeziehungen mit Lateinamerika und Spanien gewinnen von Jahr zu Jahr an Bedeutung. Viele deutsche Firmen haben Sitze in Spanien und Lateinamerika. Aber auch viele spanische Firmen sind in Deutschland vertreten.
  • Deshalb sucht die Wirtschaft immer mehr nach Mitarbeitenden, die neben Englisch auch Spanisch beherrschen. Im Hinblick auf die zunehmende Globalisierung der Märkte ist die Kenntnis der spanischen Sprache für die Schülerinnen und Schüler eine wichtige Grundlage, um den gesellschaftlichen und beruflichen Anforderungen gerecht zu werden. Durch das Erlernen der spanischen Sprache wird außerdem die individuelle Mehrsprachigkeit gefördert.

Spanisch erschließt einen Kulturraum in Europa und Lateinamerika mit:

  • einer faszinierenden Geschichte,
  • Architektur und Malerei,
  • einer enormen geographischen Vielfalt,
  • interessanter Literatur,
  • berühmten Filmen, Schauspielern und Schauspielerinnen, einer Vielzahl von Tanz- und Musikrichtungen
  • kulinarischen Genüssen und vielen Festen und Traditionen

Die spanische Sprache ist temperamentvoll und herausfordernd

Im Spanischunterricht steht, wie in allen modernen Fremdsprachen am Gymnasium, der Kompetenzerwerb an erster Stelle.

Ihr lernt das Lesen und Schreiben, das Hören und Sprechen und die Sprachmittlung, also wie man das Gehörte auf Deutsch wiedergibt oder andersherum, beispielsweise wenn eure Eltern im Urlaub euch als Übersetzer und Übersetzerinnen als Hilfe benötigen.

Dabei kommen natürlich die unterschiedlichen Kulturen, die Traditionen und Bräuche, die spanische und lateinamerikanische Küche und die Musik und auch der Sport nicht zu kurz. Diese Unterrichtsinhalte ermöglichen uns einen authentischen Einblick in das Leben der Spanier und Spanierinnen und Lateinamerikaner und Lateinamerikanerinnen und gehören als feste Bestandteile zum Erlernen einer Fremdsprache dazu.

Wir lernen in den Klassenstufen 7 bis 10 hauptsächlich mit den Lehrbüchern. Durch umfangreiches Zusatzmaterial und vielfältige Medien wie z.B.  CDs, DVDs, digitales Übungs- und Videomaterial, der Einsatz von Tablets oder abwechslungsreiche Arbeitsblätter wird der Unterricht interessant und vielseitig.

Spanisch ist nicht leichter zu erlernen als die anderen Sprachen. Natürlich gehören Vokabeln und Grammatik zu unserer täglichen Arbeit und müssen regelmäßig gelernt werden, und dann macht es auch wirklich Spaß. Dann macht es Spaß, spanische Filme zu gucken oder die Lieder im Radio zu verstehen. Oder aber es macht Spaß, an einem unserer Austauschprogramme teilzunehmen: In der Jahrgangsstufe 9 können Schülerinnen und Schüler zu einem Austausch nach Saragossa aufbrechen oder in der Oberstufe in einem Austausch nach Chile reisen.

Generell kann Spanisch in der Oberstufe fortgeführt und auch als Abiturfach gewählt werden.

Differenzierungsfächer (Wahlpflichtfach II)

Im Differenzierungsbereich (oder auch Wahlpflichtbereich II genannt), beginnend mit der Klasse 9, bietet unsere Schule ein umfangreiches Wahlangebot :

  • Spanisch
  • Darstellendes Spiel-Theater
  • Kreativität
  • Geschichte-Sozialwissenschaft
  • Lebenswege
  • Naturwissenschaft
  • Informatik
  • Ernährung
  • Sportwissenschaft

Details entnehmen Sie gern unserer Broschüre zur Differenzierten Mittelstufe. Die Wahl des Differenzierungskurses gilt für zwei Jahre, also für die Jahrgangsstufen 9 und 10. In den Differenzierungskursen werden vier Klassenarbeiten pro Schuljahr geschrieben. Eine Klassenarbeit im Schuljahr kann durch eine andere Form der schriftlichen Leistungsüberprüfung ersetzt werden (etwa Facharbeit oder Dokumentation). Die erzielten Leistungen (Noten) sind am Ende der jeweiligen Jahrgangsstufe versetzungswirksam und werden dabei wie die Leistungen in den Fächern der Fächergruppe II (die so genannten nichtschriftlichen Fächer) gewertet.

Kunst oder Musik

In der Jahrgangsstufe 10 können sich die Schülerinnen und Schüler ihren Neigungen entsprechend zwischen Kunst- und Musikunterricht entscheiden und damit mögliche Schwerpunktsetzungen für die Oberstufe erproben.